Die jüdische Schule in Eiterfeld

Die preußische Regierung hatte 1815 angeordnet, dass in jeder jüdischen Gemeinde eine eigene Elementarschule einzurichten sei. In dieser meist einklassigen Schule wurden die so genannten Elementarfächer Lesen, Schreiben und Rechnen sowie Religion unterrichtet.

In Eiterfeld gab es ab 1860 eine öffentliche jüdische Schule. Bis dahin hatte für Juden nur der Religionsunterricht in der „Israelitischen Privatschule“ stattgefunden. Die jüdische Schule arbeitete immer in Privathäusern, zuletzt im Haus Wiesenfelder. Es gab kein besonderes Schulgebäude.

Die Schülerzahl war mit ca. 20 Schülern eher klein. Die Kinder aus dem benachbarten Buchenau nutzten diese Einrichtung nach anfänglichem Sträuben der Eltern, die das Schulgeld nicht zahlen wollten und ihren Kindern den langen Schulweg von 5 Kilometern, vor allem im Winter, nicht zumuten wollten.

Im Januar 1857 wurde ein Antrag beim Landrat in Hünfeld vom Provinzialvorsteher der jüdischen Gemeinden zu Fulda gestellt und nach einem Besuch des Schulinspektors, Landdechant Grauel, wurde schließlich die Schule im Januar 1860 in Betrieb genommen.

Die Schule maß 4m (16 Schuh) x 3m und in der Höhe ca. 2m. Die Synagogengemeinde wird verpflichtet, dem Lehrer jährlich 160 Thaler Sold zu geben.

Der erste Lehrer war seit 1861 Isaak Fauerbach aus Rhina, ein kleiner verwachsener Mann, Vater von 11 Kindern, der gleichzeitig das Amt des Vorbeters und Schächters bis 1904 wahrnahm. Ihm folgte Lehrer Schuster. Während seines Kriegsdienstes im 1. Weltkrieg, der für ihn bis zum 15. 10.1918 dauerte, besuchten die jüdischen Kinder die katholische Volksschule. Zwei Jahre gab es keinen Religionsunterricht für die jüdischen Kinder bis Lehrer Strauß und Braunschweiger aus Burghaun sonntags aushilfsweise den Dienst übernahmen.

Der letzte Lehrer in der jüdischen Schule zu Eiterfeld war Lehrer Carl Oppenheimer.

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