Nationalsozialismus

1932/33 lebten noch 40 Juden in Eiterfeld. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten begann für die Eiterfelder Juden eine schwere Zeit, ihre Einwohnerzahl verringerte sich kontinuierlich.

01.01.1936 44 Personen
01.01.1937 39 Personen
01.01.1938 20 Personen
01.07.1938 6 Personen
10.11.1939 0 Personen

Im Jahre 1925 kam Bauernführer Carl Salzmann, N.S.D.A.P. Ortsgruppenleiter, als Pächter der Domäne Fürsteneck nach Eierfeld. Er machte den jüdischen Mitbewohnern das Leben besonders schwer. Salzmann machte sich z.B. einen Spaß daraus am Freitag Abend das Ende des Gottesdienstes abzuwarten und die Juden beim Verlassen der Synagoge mit der Peitsche zu verprügeln.

Menschen, die sich der Diskriminierung von Juden widersetzten, drohte er öffentlich. So begleitete Frau Hodes den Sarg des verstorbenen Jakob Rapp nach altem Brauch bis zum Flüsschen Eitra. Tags darauf wurde Herr Hodes von Bauernführer Salzmann darauf angesprochen mit den Worten: „Deine Frau soll sich nur vorsehen! Sie wird sehen, wo sie hinkommt, wenn sie noch einmal auf eine Judenbeerdigung geht.“

Die Repressalien nahmen zu, das Leben wurde für die Eiterfelder Juden unerträglich. Mit der Familie Wiesenfelder verließen die letzten Juden Eiterfeld im Februar 1939.

In den Listen der 1941/42 aus Fulda nach Riga deportierten Juden sind die Namen dreier Eiterfelder verzeichnet:

  • Rosa Buchsbaum, geb. Rosenstock
  • Siegfried Rapp
  • Lina Weinberg, geb. Rapp

Aus Kassel nach Theresienstadt wurde am 27.08.1942 Sara Stern, geb. Nussbaum, aus Eiterfeld deportiert.